?Juhuuu! Ich bekomme ein Geschwisterchen“

Wenn die anf?nglich überschw?ngliche Freude zur Ernüchterung führt, pl?tzlich das ?Eifersuchtsmonster“ kommt und wir Mütter uns überfordert, entt?uscht und unsicher fühlen.

 

Die Geburt eines Kindes ist nicht nur im Leben jeder Mutter und jedes Vaters ein sehr gro?es Ereignis, die Geburt eines Geschwisters ist auch für die Erstgeborenen ein spannender Lebenseinschnitt mit gro?er Tragweite. Viele Mütter sind bereits im Vorfeld nerv?s, wie das gro?e Kind auf das Baby reagieren wird und insgeheim bangt fast jede Mutter um das psychische Wohlbefinden des Erstgeborenen.

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Geschwister? Das ist die Frage aller Fragen und kann aus psychologischer Sicht wie folgt erkl?rt werden:

Nach Abschluss des dritten Lebensjahres ist die enge Bindung vom ersten Kind zu den Eltern vor allem aber zu der Mutter gefestigt und wird deutlich lockerer. Jedoch gibt es kein Raster, in das die Kinder eingeordnet werden k?nnen. Gott sei Dank ist das so, denn das bewahrt uns unsere Individualit?t.

Zu Beginn ist meist die Freude und Fürsorge für das kleine Geschwister enorm, doch mit der Zeit l?sst dieses Verhalten Stück um Stück nach und sp?testens mit neun Monaten wird das Baby mobil und eine echte Gefahr für den Herrscher über Kinderzimmer, Lego und co.

Was k?nnen wir also tun, um bereits im Vorfeld das gro?e Kind vorzubereiten und von Anfang an die Geschwisterrivalit?t im Zaun zu halten?

Es ist ideal sich mit Büchern zu diesem Thema spielerisch auseinanderzusetzen, gemeinsam das Baby-Bettchen aufzubauen und das Babyzubeh?r auszusuchen/zu waschen und alles gemeinsam bereit zu stellen, für die Ankunft des neuen Erdenbürgers. Lasst das gro?e Kind mit seinen eigenen Ideen mitgestalten und betont immer wieder, wie stolz ihr auf euer Erstgeborenes seid.

Wenn das kleine Geschwister nun geboren ist, ist es sehr wichtig, dass seine Ankunft von Beginn an positiv verknüpft wird. Vielleicht gibt es am ersten Abend zu Hause das Lieblingsessen vom gro?en Bruder oder die kleine Schwester hat eine kleine Aufmerksamkeit mitgebracht sozusagen als Ankunftsgeschenk. Damit hat das Geschwisterchen schon mal einen Stein im Brett.

 

Eine gro?e Hürde stellt oftmals das Stillen dar, da das wirklich die einzige T?tigkeit ist, welche nur von der Mutter ausgeübt werden kann.

Es ist sehr ratsam die Zeit des Stillvorgangs sinnvoll zu nutzen und sich zu bemühen das erste Kind zu besch?ftigen, denn Langeweile bringt oftmals Eifersucht auf die besch?ftigte Mutter und das Baby mit sich. Eine Idee sind beispielsweise Rollenspiele (z.B. Eisverk?ufer oder die Mutter ist Gast in einem Café und das Kind serviert einen virtuellen Cappuccino nach dem Anderen), gemeinsam ein Wimmelbuch anzuschauen und Sachen suchen oder ein H?rspiel (sehr sch?ne Idee als Mitbringsel vom kleinen Geschwister) anzuh?ren. Diese Ideen funktionieren wunderbar neben dem Stillen (von mir selbst erprobt ??). M?glicherweise m?chte das gro?e Geschwisterkind auch einmal an der Brust probieren, ihr dürft diesem Wunsch ruhig nachgeben, es muss nur klargestellt werden, dass nur gesaugt und nicht geknabbert werden darf. H?ufig bleibt es bei dem Wunsch, denn meistens gilt es nur zu testen, ob sie die Erlaubnis dafür erhalten.

Hier schreibt Lucia für Euch. Hebamme und Mama aus Leidenschaft.

 

Trotz aller Bemühungen, liebe Mamas, wird der Tag sehr wahrscheinlich kommen an dem euer erstes Kind in der Art fragt:“ Mama, warum eigentlich wollten wir eine kleine Schwester? Kann die jetzt bitte mal wieder gehen?“ Oder im Zorn: ?… und alles nur wegen meines kleinen Bruders, ich will ihn nicht mehr haben…!“

Das sind Worte, die unser Mutterherz natürlich einmal durch den Fleischwolf drehen. Nehmt euer gro?es Kind in den Arm, zeigt ihm euer Verst?ndnis für seinen ?rger und seinen Groll und versucht erst gar nicht die Situation sch?n zu reden oder gar auf die Vernunft zu pl?dieren. Es ist ok auf sein kleines Geschwister mal richtig sauer zu sein, es ist ok entt?uscht zu sein und es ist auch ok, die Mama zu vermissen, weil sie st?ndig ein quietschendes Bündel Baby in ihren Armen h?lt.

Herzlichst,

eure Lucia

Im Idealfall versucht ihr Mütter und V?ter immer wieder Zeiten nur für den gro?en Bruder/gro?e Schwester einzubauen. Das neue Familienmitglied kann mit Sicherheit zur Abwechslung mal von den Gro?eltern bespa?t werden und Mama, Papa und gro?es Kind machen für zwei Stunden eine Radtour mit Picknick oder ?hnliches. Es ist enorm wichtig dem Erstgeborenen zu zeigen, dass es immer noch den gleich hohen Stellenwert besitzt wie vor der Geburt des Babys und dass ihr unglaublich stolz darauf seid, wie gut es seine Aufgabe als gro?es Geschwister meistert. Es dürfen auch gerne gewisse Privilegien bestimmt werden, welche nur ?Die Gro?en“ machen dürfen.

 

?Ehrlich w?hrt am l?ngsten“ – dies gilt auch im Umgang mit eurem Kind, ehrliches Annehmen der Sorgen und des Kummers und beruhigende S?tze wie:

 ?Ich verstehe dich. Es tut mir leid, dass du dich gerade ?rgern musst und ich bin bei dir und nehme dich sehr gerne in den Arm, wenn du bereit dafür bist.“ werden euer Kind sehr zügig wieder bes?nftigen. Gerne kann dem gro?en Kind erz?hlt werden, wie es einem selbst ergangen ist mit der kleinen Schwester: ?Du, als deine Tante Christine noch ein Baby war, war ich auch wütend, weil sie so viel Zeit gebraucht hat von meiner Mama, aber als sie ein bisschen gr??er wurde und gut laufen konnte, haben wir gemeinsam fangen gespielt und das hat gro?en Spa? gemacht.“

Es stimmt schon, man braucht gute Nerven als Mutter und wir kommen alle in gewissen Situationen an unsere Grenzen und das dürfen die Kinder auch durchaus spüren, dass es Grenzen gibt, die irgendwann erreicht werden. Dennoch k?nnt ihr locker und vor allem bitte, bitte authentisch mit euch und eurem Erstgeborenen bleiben. Wir Menschen sind in der Lage die Ankunft, das Zusammenleben und die geteilte elterliche Aufmerksamkeit mit einem oder mehreren Geschwistern psychisch zu meistern. Wir sind sozial und leben eigentlich gern im famili?ren Rudel, kleine Ausschweifungen sind dabei v?llig normal und auch wichtig für unsere sozialen Kompetenzen. Wichtig ist nur, dass wir versuchen für uns alle gegenseitig viel, viel Verst?ndnis und Liebe aufzubringen und wer Aufmerksamkeit ben?tigt bekommt diese auch. Auf diese Art kommt jeder einmal dran und jeder muss auch einmal warten. Dadurch zollt ihr euren Kindern Respekt und beugt dem Gefühl von Bevorzugung vor.

 

Die Gunst der Mutter ist das h?chste Gut, spart nicht damit und gebt euren Kindern Wurzeln und Flügel, dadurch werdet ihr Mütter von gro?artigen Menschen sein.

Weitere Ratgeber

Mamacare

Rückbildung nach der Geburt

In der Schwangerschaft hat dein K?rper nur ein Ziel: Das entstehende Leben sollte es so gut wie m?glich haben. Doch mit der Geburt ?ndert sich so einiges …

Mamacare

Die Top 10 Hebammen-Tipps zum Stillen

Das Füttern mit der Brust ist ein sehr bindender Akt zwischen Mutter und Kind. Ein paar kleine Regeln k?nnen das Stillen erleichtern …

Mamacare

Baby Blues

Endlich ist dein Baby da, doch du fühlst dich alles andere als happy? Keine Sorge das hat hormonelle Gründe und betrifft viele Frauen direkt nach der Geburt …

DOWNLOAD

Informationen zum Nachlesen für dich.

Hier findest du unsere kompletten Broschüren zum Download

汤姆叔叔-在线影视